GEGEN DIE ANIMOSITÄT  {„...und wo kommst du her?!...“}

 

(Leseprobe von meinem Werk „Das Gericht des gelobten Rechtsstaates“-/& "Ein Leben lang nur ein Geduldeter")

 

 

{Aus dem Gedächtnisprotokoll der Familie des Autors. Diese Kurzgeschichte gibt den exakten Verlauf des Sachverhaltes wieder und basiert auf dem wahren Geschehen.}

Vorwort zum Anhang

 

Für den interessierten Leser, der sich eingehend mit den Hintergründen der dargestellten Problematik befassen möchte, wurde der Anhang zusammengestellt.

Es besteht aus Kopien der Dokumente, die im Vorfeld und während des Prozesses eine Rolle gespielt haben: Schreiben der Anwälte, Gutachten, Fotos, Urteile usw. Die angefügten Kopien entsprechen den Originalen, abgesehen davon, dass aus Gründen des Datenschutzes die Namen der beteiligten Personen verändert wurden.

Sollten Sie dennoch Ähnlichkeiten mit Ihnen bekannten Personen feststellen, sind diese rein zufällig und keinesfalls beabsichtigt.

Es ist das Anliegen des Autors, dem Leser auf diese Art einen umfassenden Eindruck der Gesamtsituation zu vermitteln.

 

 

Ein gemeinsames Kind haben sie schon, einen zweijährigen Sohn. Der Sohn kommt nach seinem Vater, ist ihm komplett ähnlich und heißt Panteon. Dieses Kind verfügt über eine zarte, beinahe göttliche Schönheit und in genau 12 Tagen wird es 2 Jahre alt. Als der Junge18 Monate geworden war, konnte es schon recht klar und deutlich sprechen.

 

Der Ehemann strahlt Optimismus aus, er ist voller Elan. Selbst das Kind wirkt fröhlich und ist mit Enthusiasmus so außergewöhnlich früh aufgestanden. Allesamt, bei diesem hinterhältigen Morgengrauen, folgen sie beim Gehen den Schritten der Hochschwangeren.

 

Es wird ein Sohn. Sie werden um einen weiteren Sohn reicher. Laut den bisherigen Untersuchungen, die Frau Dr. Gynäkologin Klara Deutsch - eine hochtalentierte Ärztin und selber Mutter von drei Kindern - durchgeführt hat, ist seine Ehefrau kerngesund und das Baby im Mutterleib ist noch viel gesünder. Das hier, für einen gesunden Menschenverstand und für eine Familie überhaupt, ist als der Zenit des Lebensreichtums zu bezeichnen.

 

Sie müssen nicht lange gehen, nur ein paar Meter, bis zum Taxi.

 

Es ist ein Mittwoch, der 23.01.2013, gegen 5:30 Uhr. Mit dem Taxi fahren alle zusammen in Richtung Frauenklinik und kommen gegen 05:45 Uhr dort an.

 

Ihr erstes Kind ist in einem anderen Krankenhaus, in derselben Stadt, zur Welt gekommen. In jenem Krankenhaus, bei der Geburt des Sohnes, hat das Ehepaar miserable Erfahrungen gemacht und eine grauenvolle Aufnahme erlebt. Auch deshalb vielleicht entschieden sie sich dieses Mal für ein anderes Krankenhaus, auch darum, weil in der W… Frauenklinik die meisten Kinder der Stadt das Licht der Welt erblicken.

 

Der Ehemann, seine hochschwangere Frau und der erste Sohn, betreten die Frauenklinik. Im Inneren, in der Nähe vom Eingang, strahlt der Boden. Etwas weiter ist das nicht mehr der Fall. Die Wand ist befleckt, teilweise beschmutzt und es riecht stark nach antiseptischen Mitteln.

 

Sie stehen vor einer Tür. Die ist nicht von außen zu öffnen, sondern von innen. Diese Tür führt zu dem Bereich, in dem entbunden wird. Sie klingeln, und die Tür geht auf. Sie betreten den inneren Trakt der Klinik.

 

Der Empfang in Form von einem erzwungenen „Guten Morgen“ von der Dame, die ihnen die Tür aufmacht, verkörpert Menschen, die arbeiten gehen, nur weil sie dazu gezwungen werden. Nicht weil diejenigen Spaß, oder Interesse an die Arbeit hätten, sondern die Gewohnheit, die Rentenversicherung usw. verlangen es so.

 

Die höfliche Begrüßung des Ehemannes, eines gepflegten Akademikers, überstrahlt das wenig beleuchtetes Ambiente.

 

„Na dann, kommen Sie mal mit!“, sagt die Dame zu ihnen, dreht ihnen den Rücken zu und geht weiter. Sie bemühen sich, ihre hektischen Schritte zu folgen.

 

Bis jetzt war nirgendwo ein Desinfektionsspender zu sehen. Selbst hier, im Bereich der Entbindungsklinik, haben ihre Augen noch keinen erspäht. Obwohl so etwas, in der Regel und abgesehen von den multiresistenten Keimen und Viren, heutzutage als Pflicht verstanden wird.

 

Die Frau geht in einen Raum, die Familie hinter ihr her. Sie sind nun in der Aufnahme - oder im Empfangsraum.

 

Kurz nach 8:00 Uhr, am frühen Morgen dieses Mittwochs, dem 23.01.2013, wird die hochschwangere Ehefrau auf ein Bett im Empfangsraum gelegt. Eine Art CT - Gerät wird um ihren freigelegten Bauch angeschlossen, um die Herzschläge des Babys im Mutterleib wahrnehmen zu können. Die ersten Formalitäten hat dieselbe Dame von eben vorgenommen. Sie hat sich jetzt, letztendlich, vorgestellt:

 

„Ich heiße Walburga Schmiidt, mit zwei `ii´ geschrieben. Ich bin die zuständige Hebamme der Station.“

 

Das stark gerollte „r“ und „l“, während sie redet, ist bei Frau Hebamme Schmiidt kaum zu überhören. Zeitgleich kommt eine weitere, wesentlich jüngere Frau, in den Empfangsraum. Sie grüßt und stellt sich gleich vor:

 

„Guten Morgen! Mein Name ist Katja Gusica und ich befinde mich im 1. Ausbildungsjahr zur Hebamme.“

 

Es ist keine große Intelligenz nötig, um die Unzufriedenheit und die Nervosität an der Physiognomie der Auszubildenden, Frau Gusica, abzulesen.

 

„Familie a Zotti. Was für ein schöner Name!“, sagt die Hebamme, als sie die Versichertenkarte der schwangeren Ehefrau in das dafür geeignete Gerät einführt und die weiteren schriftlichen Aufnahmedaten aufnimmt.

 

Das Gesicht der Hebamme ist außergewöhnlich rot, während sie das sagt, und ihre Mimik ist einfach nicht fürs Lächeln geeignet. Somit hat die Hebamme der jungen Familie die Initiative, sich selbst vorzustellen, einfach genommen.

 

Anschließend fängt sie an, sich mit ihrer Kollegin, der Auszubildenden, in einer anderen Sprache zu unterhalten. Das Ehepaar schafft es nicht, diese Sprache einzuordnen, es ist auf jeden Fall eine slawische Sprache und in jenem Ambiente hört sie sich ausdrücklich seltsam und total gewöhnungsbedürftig an, insbesondere für das Ohr eines zweijährigen Kindes.

 

„Mama, das eben war kein Deutsch!“, sagt das kluge Kind gleich, aber sehr leise, damit sie ihn möglichst wenig mithören können.

 

„Und wie heißt Ihr Sohn?“, fragt erneut die Hebamme.

 

„Panteon.“, antwortet die Mutter des Kindes, die, wegen der ersten leichten Wehen, dabei ist, die passende Liegeposition auszuprobieren.

 

Das Ehepaar staunt nur, wieso die beiden Frauen sich nicht um die Schwangere kümmern, wofür sie schließlich bezahlt werden, sondern gleich in die Privatsphäre des Anderen vorzudringen versuchen!

 

„Was für einen großen Namen hat Ihr Sohn! Und was bedeutet das?“, erneut die Hebamme.

 

„Das ist einfach ein Name.“, antwortet der Ehemann.

 

Die Ehefrau, mit dem CT - Gerät an dem Bauch angeschlossen, dreht sich aufgrund der Schwangerschaftswehen. Sie staunt noch immer über die Aufnahme, die sie erleben. Dennoch, das Ehepaar ist besonnen, verfügt über einem hohen Maß an Intelligenz und Kultur und schweigt. Das Paar ahnt, dass es sich auf dünnem Eis bewegt, würde es wagen, die Damen an ihre Pflichten zu erinnern.

 

Die Antwort des Ehemannes stellt aber die Hebamme nicht zufrieden. Sie setzt deshalb ihren Fragemarathon fort:

 

„Sind Sie… Ich meine nur... Nur Sie könnten die Namen übersetzen… Denn ich dachte, wir beide dachten, Sie könnten möglicherweise `Juden´ sein!“

 

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